Erste Vis Moot-Teambesprechung nach Ausgabe der Fallakte

Am heutigen Freitag, dem 08.10.2021 um 12:00 Uhr traf sich das Vis (East) Moot-Team der Universität Bremen zum ersten Mal nach Ausgabe der Fallakte vor 12 Stunden, um in einem ersten Arbeitstreffen den diesjährigen Vis Moot-Fall zu erörtern. Dabei wurden erste Gedanken zum Sachverhalt und den Rechtsfragen ausgetauscht und Aufgaben verteilt sowie ein Zeitplan diskutiert.

Nun haben die teilnehmenden Studentinnen und Studenten und deren Coaches die Gelegenheit sich in den nächsten drei Wochen ausführlich mit dem Fall vertraut zu machen und herauszuarbeiten, ob ihnen alle faktischen Informationen vorliegen, die sie für den Aufbau ihrer rechtlichen Argumentation benötigen. Denn dann endet die Frist, um bei den Veranstaltern Anfragen zur Klarstellung des Sachverhalts (sogenannte request for clarification) einzureichen. Die Möglichkeit beim Veranstalter des Moot Courts Klarstellungen anzufragen erst die Rücksprache mit dem eigenen Mandaten im wahren Leben. Wie auch bei Fragen an den Mandant, gibt es jedoch auch bei den Klarstellungsanfragen keine Garantie, dass man eine Antwort erhält.

Im Team der Universität Bremen ist es Aufgabe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Rücksprache mit dem studentischen Betreuungsteam die rechtliche Argumentation bis zu diesem Zeitpunkt so weit auszuarbeiten, dass Klarheit herrscht, inwieweit zusätzliche Informationen zur Fallakte benötigt werden und ggf. Klarstellungsanfragen zu formulieren.

Antworten auf die Anfragen werden – sofern von den Organisatoren für notwendig erachtet – sodann als sogenannte Procedural Order No. 2 (PO 2) vom fiktiven Schiedsgericht beantwortet. Die dort festgestellten Tatsachen sind als bewiesen anzunehmen. Zudem können in der PO 2 auch Änderungen der PO 1 oder andere prozessuale Anordnungen des Schiedsgerichts getroffen werden. Diese können erhebliche Auswirkungen auf die Bearbeitung des Falles haben. Deshalb kann es gut sein, dass erhebliche Anpassungen in der Argumentation nach dem Erlass der PO 2 Anfang November vorgenommen werden müssen. Erst danach kann also die Struktur und Schwerpunktsetzung des Schriftsatzes finalisiert werden. Danach haben die Teams noch ca. fünf Wochen Zeit um gemeinsam mit den Coachs den jeweils 35 Seiten umfassenden Schriftsatz für Schriftsatz für die Klägerseite für den Vis Moot und gesondert für den Vis East Moot zu verfassen. Beide sind am 09. Dezember 2021 einzureichen. Da die Frist jeweils um 23:59 Uhr am Veranstaltungsort endet, ist der Schriftsatz für den in Hongkong koordinierten Vis East Moot bereits am Nachmittag und damit einige Stunden vor dem Schriftsatz für den in Wien koordinierten Vis Moot abzugeben.

Palmöl für Biosprit oder lieber doch nicht? Mit der Veröffentlichung der Fallakte beginnt der Vis Moot 2021/22

Nachdem im letzten Jahr die Herstellung von Covid-19-Impfstoffen auf Vektorenbasis im Mittelpunkt des Interesses des Vis Moot-Universums standen, ist das Thema beim Vis Moot 2021/22 nicht ganz so aktuell aber dennoch wichtig. Fortgeschrittene Vertragsverhandlungen über die Lieferung von nachhaltig hergestelltem Palmöl für die Produktion von Biosprit stellen den faktischen Hintergrund des Falles dar. Da ab einem gewissen Zeitpunkt allerdings der potentielle Kunde kein Interesse mehr an der Lieferung des Palmöls hatte kam die Frage auf, ob nicht bereits zu diesem Zeitpunkt ein Kaufvertrag für die Lieferung großer Mengen nachhaltigen Palmöls über fünf Jahre geschlossen wurden. Hintergrund für den Abbruch der Vertragsverhandlungen waren Skandale im Hinblick auf die Nachhaltigkeitszertifizierung des Palmöls der Klägerin in den letzten Jahren, da für die Beklagte Nachhaltigkeit ein zentrales Element der Firmenphilosophie darstellt.

Aus dem Sachverhalt ergeben sich zahlreiche spannende Rechtsfragen, die auch zu einem großen Teil bereits von den Anwälten der beiden Parteien angesprochen wurden. Daraus ergäbe sich aber eine Komplexität, in einem Schriftsatz von 35 Seiten, wie sie das Reglement des Vis Moots vorsehen, nicht zu bewältigen wären. Deshalb greifen die Vis Moot-Organisatoren zu einem prozessualen Trick: In einer Procedural Order entscheidet das Schiedsgerichts als Herr des Verfahrens die Rechtsfragen abgestuft zu diskutieren und in einer ersten Anhörung, die im Rahmen des Wettbewerbs simuliert wird, nur vier klar umrissene Rechtsfragen zu diskutieren.

Wie immer sind zwei Fragen dem Schiedsverfahrensrecht und zwei Fragen der CISG zuzuordnen. Verfahrensrechtlich geht es letztlich um die Frage, ob sich die Parteien wirksam auf die Zuständigkeit des Schiedsgerichts geeinigt haben. Wegen der im Schiedsrecht allgemein anerkannten Kompetenz-Kompetenz fällt es auch in die Zuständigkeit des Schiedsgericht diese Frage zu beantworten. Dabei ist zunächst die klassische Frage zu erörtern, welches Recht auf die Schiedsklausel Anwendung findet. Zudem ist die Frage zu diskutieren ob, falls das Recht des fiktiven Vertragsstaat des UN-Kaufrechts Mediterraneo anwendbar sein sollte, die CISG auch auf die Schiedsvereinbarung Anwendung findet.

Materiellrechtlich sind nur die Fragen zu diskutieren, ob überhaupt ein Vertrag geschlossen wurde und falls ja, ob die AGB der Klägerin wirksam in den Vertrag einbezogen wurden. Die rechtliche Folgen, um die es letztlich der Klägerin geht, sollen in dieser ersten Anhörung überhaupt nicht erörtert werden.

Der Prozessrechtliche Rahmen ist in diesem Jahr ein vom Asian International Arbitration Centre in Kuala Lumpur administriertes Verfahren unter Anwendung der Schiedsregeln dieses Schiedsinstitutes. Um diese vier Rechtsfragen zu bearbeiten, müssen sich die sieben Studierende der Bremer Vis (East) Moot-Teams bis Ostern nächstes Jahr nicht nur durch tausende Seiten einschlägiger Literatur und Urteile sondern auch durch eine 47-seitige Fallakte kämpfen.

Erfreulich beim diesjährigen Sachverhalt ist auch, dass die Vis Moot-Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bremen und der ganzen Welt in diesem Jahr nicht lange auf die Fallakte warten mussten. Die Veröffentlichung, die für den heutigen Freitag, dem 08. Oktober 2021 angekündigt war erfolgt überpünktlich. Beriets 23:48 Uhr am Vortag erreichte das Team der Universität Bremen eine E-Mail aus Wien in deren Anlage sich die Fallakte befand. Zu diesem Zeitpunkt war sie auch bereits auf die Homepage des Wettbewerbs geladen. In ca. 10 Stunden um 12:00 Uhr werden sich die Vis Moot-Teams der Uni Bremen mit Teamleiter Tobias Pinkel treffen um die ersten Eindrücke zum Fall auszutauschen und das weitere Vorgehen zu erörtern. Der Vis Moot 2021/22 hat damit begonnen. MCAB e.V. wünscht den Teams und deren Coachs viel Freude bei der anstehenden Arbeit.

Team der Universität Bremen für den Vis East Moot in Hongkong angenommen

Einen Tag vor der Ausgabe der Fallakte für den diesjährigen Vis (East) Moot und damit am heutigen Donnerstag, dem 07. Oktober 2021 um 10:10 Uhr MEZ erreichte das Team der Universität Bremen die freudige Nachricht aus Hongkong, dass die Universität Bremen auch zum 19. Willem C. Vis East International Commercial Arbitration Moot zugelassen wurde. Damit kann das Team der Universität Bremen zum zweiten Mal in Folge neben dem Wettbewerb in Wien auch beim Zwillingswettbewerb in Hongkong teilnehmen. Unklar ist indes weiterhin, in welcher Form der Wettbewerb in Hongkong ausgetragen werden wird. Das Team der Universität Bremen hat sich auch für eine physische Teilnahme in Hongkong beworben, sollte die pandemische Lage Fernreisen im März 2022 wieder zulassen.

Mit der Zulassung zu beiden Zwillingswettbewerben kommen nun umfangreiche Herausforderungen auf die sieben Studentinnen und Studenten des Bremer Teams zu. Zwar basieren beide Zwillingswettbewerbe auf der gleichen Fallakte, dennoch müssen die Unterteams für Wien und Hongkong unabhängige Schriftsätze verfassen. Auch wenn ein Austausch zwischen den Teams und damit parallelen zwischen den beiden Schriftsätzen für die Seite des Beklagten zulässig sind, bedeutet dies, dass zwei Schriftsätze von je 35 Seiten in englischer Sprach zu verfassen sind. Bei dem Schriftsatz für die Seite der Beklagten sind die Unterschiede noch größer. Denn die Studierenden, die am Vis East Moot teilnehmen erhalten den Klägerschriftsatz einer anderen Universität zugestellt als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Vis Moot in Wien. Da in dem Schriftsatz für den Beklagten eine Antwort auf den Klägerschriftsatz zu erfolgen hat, können sich hieraus auch größere inhaltliche Abweichungen zwischen den beiden Schriftsätzen ergeben. Dennoch ist der ständige Austausch zwischen zwei Teams, die sich mit demselben Sachverhalt beschäftigen, eine Bereicherung, die auch positive Effekte auf die Qualität haben sollte. Dies ist besonders auch deshalb der Fall, da das Team für den Vis East Moot zwar nur aus zwei Studentinnen besteht, diese dafür aber bereits im letzten Jahr am Vis Moot teilgenommen haben und entsprechend Vorkenntnisse besitzen. Mit diesem Wissen können sie die fünf Studentinnen und Studenten des Vis Moot-Teams anleiten, die ihrerseits bei der Literatur- und Urteilsrecherche eine große Unterstützung für das kleine Vis East Moot-Team sein können.

Morgen wird für die Vis (East) Moot-Teams der Universität Bremen mit der Ausgabe der Fallakte der Wettbewerb so richtig beginnen. MCAB e.V. wünscht allen Beteiligten viel Spaß und Erfolg im Vis Moot-Jahr 2021/22.

Registrierung des Teams der Universität Bremen für den Vis East Moot eingereicht

In den frühen Morgenstunden des heutigen Freitags, den 24. September begann die Möglichkeit, Teams für den Vis East Moot zu registrieren. Die neue Website mycisgmoot.org, über die in Zukunft die Teamverwaltung der Vis East Moot-Teams erfolgen soll, wurde zu diesem Zwecke freigeschaltet. Da Freischaltung um Mittag (12:00 Uhr) in Hongkong begann, begann die Möglichkeit zur Registrierung für europäische Teams mitten in der Nacht.

Dennoch füllte der hautverantwortliche Coach für die Vis Moot-Teams der Universität Bremen, Tobias Pinkel, der sich gerade in der Vis Moot-Stadt Wien befindet, das Registrierungsformular kurz nach der Freischaltung aus.

Anders als beim Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot in Wien bestimmt beim Willem C. Vis East International Commercial Arbitration Moot, dem nunmehr seit 19 Jahren stattfindenden Zwillingswettbewerb in Hongkong nicht die Zahl der Anmeldung die Teilnehmerzahl. Vielmehr wird die Zahl der teilnehmenden Teams von den Organisatoren im Vorwege begrenzt (im letzten Jahr auf 130 Teams). Für die Frage, ob ein Team zugelassen wird, ist nach Darstellung der Organisatoren vor allem der Zeitpunkt der Anmeldung relevant. Dennoch wird nicht unmittelbar eine Bestätigung der Teilnahme automatisiert nach dem First-Come-First-Served-Prinzip versendet. Viel mehr verweisen die Organisatoren nach Absendung der Registrierung und Verifizierung der E-Mail-Adresse darauf hin, dass man sich noch ein wenig gedulden muss: „Due to the high volume of applications and the limited number of places available, we will revert within one (1) week with a response to your application.“ Das Team der Universität Bremen muss sich also noch bis zu einer Woche gedulden bis es endgültig weiß, ob es sowohl in Wien als auch in Hongkong am Wettbewerb teilnehmen darf.

Ebenfalls ist weiterhin Geduld hinsichtlich der Frage gefordert, ob der Wettbewerb in Hongkong virtuell oder physisch ausgetragen wird. Es ist weiteren erklärten Ziel der Organisatoren, physische Anhörungen in Hongkong im nächsten März zu ermöglichen. Eine endgültige Entscheidung, ob der Wettbewerb nicht doch vollständig digital durchgeführt werden muss, ist jedoch noch nicht getroffen. Im Fall einer physischen Durchführung erhöht sich die Teilnahmegebühr von 5.000 HKD auf 8.888 HKD (ca. 980 EUR), die zur Unterstützung des Teams von MCAB e.V. getragen würden.

Nun bleibt aber noch für einige Tage die Spannung erhalten. MCAB e.V. ist aber zuversichtlich, dass ob der sehr frühen Anmeldung, dem guten Abschneiden im letzten Jahr und der Bereitschaft, auch physisch am Wettbewerb in Hongkong teilzunehmen, dem Team der Universität Bremen einer der begehrten Plätze zuerkannt werden wird. Der gesamte Verein drückt ganz fest die Daumen, dass die Universität Bremen nun im zweiten Jahr in Folge am Wettbewerb in Hongkong teilnehmen und so das Entstehen einer Tradition etablieren kann.

Studentinnen und Studenten des Bremer Vis Moot-Teams 2021/22 treffen im Rahmen der FDS ersten Vis Moot-Coach der Universität Bremen

Am gestrigen Freitag, dem 17. September 2021 endete die Frankfurt Drafting School (FDS) 2021. Für das Team der Universität Bremen war dies nicht nur eine gute Gelegenheit sich weiter auf die bevorstehende Ausgabe der Vis Moot-Akte 2021/22 vorzubereiten, erstmalig seit ca. 1,5 Jahre Vis Moot-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer von anderen Teams in der realen Welt zu treffen und zusammen zu feiern, sondern führte auch zu einem ganz besonderen Treffen. Denn unter den zahlreichen spannenden Vorträgen zum UN-Kaufrecht, Schiedsverfahrensrecht und Praxistipps zum Verfassen von Schriftsätzen befand sich auch die Vorlesung „Einführung in das UN-Kaufrecht“ von Prof. Dr. Olaf Meyer, M.St. (Oxon). Heute ist Olaf Meyer Professor an der Frankfurt University of Applied Sciences. Doch nach seiner Promotion in Münster habilitiert er sich am Lehrstuhl Christoph U. Schmid an der Universität Bremen. In diesem Rahmen bot er nicht nur eine Vorlesung zum UN-Kaufrecht an, sondern sorgte auch dafür, dass die Universität Bremen erstmalig am Vis Moot 2007/08 teilnahm. Zwar führte die Initiative von Olaf Meyer nicht unmittelbar zur verstetigten Teilnahme der Universität Bremen an diesem Wettbewerb. Doch coachte er damals den heutigen Teamleiter dies Vis Moot-Teams der Universität Bremen, Tobias Pinkel, LL.M., den er auch zuvor im UN-Kaufrecht unterrichtet. Damit legte er indirekt den Grundstein für die Gründung von MCAB e.V., zu der es ohne die regelmäßige Teilnahme der Universität Bremen am Vis Moot unter der Teamleitung von Tobias Pinkel wohl nicht gekommen wäre.

Gleichzeitig bot die FDS den teilnehmenden Studentinnen und Studenten aus Bremen die Chance, die Vor- und Nachteile physischer Veranstaltungen im Vis Moot-Kontext zu erleben. Denn die Chance, die Nächte zum Netzwerken mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern von anderen Universitäten nutzen zu können, erhöht gleichzeitig auch die Anstrengung bei der Teilnahme am wissenschaftlichen Programm des nächsten Tags. Auch durften das Bremer Vis Moot-Team erleben, dass das Reisen – mit all seinen Vorzügen – nicht nur mit Vergnügen verbunden sein muss. Die ohnehin späte Rückfahrt aus Frankfurt verzögerte sich zunächst wegen technischen Störungen und sodann wegen Personen auf dem Gleis so sehr, dass der Anschluss in Hannover nicht mehr erreicht werden konnte. Entsprechend konnte Bremen erst am heutigen Samstag, dem 18. September 2021 in den frühen Morgenstunden erreicht werden. Dennoch war die FDS eine von hoffentlich zahlreichen gelungen Gelegenheiten, trotz der digitalen Durchführung des Vis Moots etwas von der „klassischen“ Wettbewerbserfahrung zu erleben. Das Vis Moot-Team der Universität Bremen und MCAB e.V. bedanken sich bei dem Frankfurt Moot Alumni Association e.V. für diese tolle Gelegenheit zum Auftakt des diesjährigen Vis Moots.

Team der Universität Bremen für den Vis Moot 2021/22 virtuell in Wien offiziell angemeldet

Am heutigen Mittwoch, dem 15. September 2021 begann die Anmeldefrist für Teams, die am 29. Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot 2021/22 teilnehmen wollen. Der Wettbewerb wird als simuliert Schiedsgerichtsverhandlung zum UN-Kaufrecht auch in diesem Jahr wieder in der Woche vor Ostern virtuell in Wien durchgeführt werden. Dabei darf jede Universität mit einem juristischen Studiengang mit nur einem Team vertreten werden. Das Team der Universität Bremen wurde gleich am ersten Tag der Anmeldefrist vom Studienzentrum des Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bremen angemeldet.

Auch die teilnehmen Studierenden und Coachs wurde bereits registriert. In Wien wird der Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bremen in diesem Jahr virtuell durch Selin Ersoy, Mia Elisabeth Thye, Aylin Dagdagan, Hana Licina und Maxime Fréderic Fischer vertreten werden. Als Coachs fungieren der Teamleiter Tobias Pinkel und Praxiscoach Sandra Gerdes. Die akademische Leitung wird wieder in den bewährten Händen von Prof. Dr. Calliess liegen. Daneben wird das Team von einem fünfköpfigen studentischen Betreuerteam unterstützt.

Mit der Bestätigung der Registrierung des Teams der Universität Bremen ist der nächste Schritt zur erfolgreichen Wettbewerbsteilnahme getan. Mit den internen Vorbereitungsworkshops und -Seminaren der Universität Bremen und von MCAB e.V. sowie der externen Vorbereitung einiger Teammitglieder im Rahmen der FDS ist das Team der Universität Bremen nun bestens auf die Ausgabe der Fallakte in zweieinhalb Wochen und die sodann beginnende „Schriftsatz-Phase“ vorbereitet.

Die Teilnehmerinnen beim 19. Vis East Moot in Hongkong müssen hingegen noch auf ihre Registrierungsbestätigung warten. Die Anmeldephase beginnt für diesen Wettbewerb erst am 24. September. Auch hier ist eine Anmeldung am ersten Tag geplant um sicherzugehen, auch in diesem Jahr wieder einen Platz zu erhalten. Während die Teilnahme in Wien für die Universität Bremen nun fast schon als Tradition gelten kann, wird die Universität in Hongkong erst zum zweiten Mal vertreten sein.

MCAB e.V. wünscht allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Vis (East) Moot viel Spaß bei der weiteren Vorbereitung auf den Wettbewerb und viel Erfolg bei Verfassen der Schriftsätze.

Erstes physisches Treffen mit Vis Moot-Teams anderer Universitäten seit 7. Bukarest Pre-Moot vom 06.-08. März 2020

Das Corona-Virus hat den Vis Moot zumindest vorübergehend grundlegend verändert. Während Jahrzehnte lang das Treffen von Jurastudenten und Schiedsrechtspraktikern aus aller Welt neben den Verhandlungsrunden im Mittelpunkt des Wettbewerbs stand, gab es seit der Bekanntgabe der Umstellung des Vis Moots auf digitale Verhandlungen am 06. März 2020 für das Team der Universität Bremen ausschließlich virtuelle Treffen mit anderen Universitäten über ZOOM, Skype, MS Teams und co. Der letzte physische Termin für die Studentinnen und Studenten der Universität Bremen war der 7. Bukarest Pre Moot, der im vom 06. bis 08. März 2020 noch vollständig in Präsenz durchgeführt wurde, weil die Absage des physischen Vis Moots in Wien unsere Team wie auch die andern am Pre-Moot teilnehmen Teams erst erreichte, nachdem die Hotels in Bukarest bereits bezogen waren.

Mitglieder des Vis Moot-Teams 2019/20 während des 7. Bukarest Pre-Moot in der Universität Bukarest
(c) Tobias Pinkel

In Phase, in denen es die pandemische Lage zuließ, trafen sich zwar die Teams der Universität Bremen zu internen Treffen nicht nur virtuell. Die physischen Begegnungen mit anderen Teams fehlten aber gänzlich. Leider wird der Wettbewerb zumindest für das Wiener Team auch in diesem Jahr digital statt finden – über die Austragungsform des Vis East Moot in Hongkong wurde bis heute noch nicht entschieden – doch gelingt langsam in einzelnen Bereichen wieder eine Rückkehr in die präpandemische Normalität, wie sich auch an dem geplanten Treffen am Rade des Vis Moots in Wien zeigt. Schon jetzt begann mit der Frankfurt Drafting School (FDS) des Frankfurt Moot Alumni Association e.V. (FMAA) am heutigen Mittwoch, dem 15. September 2021 die erste Vis Moot-Veranstaltung seit dem 8. März 2020, an dem Vis Moot-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer der Universität Bremen auf Teams anderer Universität treffen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bremer Vis Moot-Teams 2021/22 an der FDS.
(c) Janina Pecht

Im Rahmen der FDS lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Grundlagen des Schiedsverfahrens- und UN-Kaufrechts und machen Übungen zum Verfassen eines Schriftsatzes. Insoweit handelt es sich um eine Wiederholung und Vertiefung des Vorbereitungsseminars, das bereits an der Universität Bremen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bremer Teams in Kooperation mit MCAB e.V. vor wenigen Wochen angeboten wurde.

Obwohl die FDS dieses Jahr wieder physisch durchgeführt wird, sind auch weiterhin die pandemischen Einschränkungen erheblich. Zum einen waren wegen dem umfangreichen Abstands- und Hygienekonzepts die verfügbaren Plätze stark beschränkt. Deshalb war auch die Teilnehmerzahl pro Universität limitiert, sodass nicht das gesamte Team der Universität Bremen an dem zusätzlichen Vorbereitungsworkshop teilnehmen durften. Dennoch ist es ein großer Gewinn, dass nach der digitalen Durchführung im letzten Jahr, die FDS in diesem Jahr in die reale Welt zurückkehrt.

Treffen in Wien trotz digitaler Durchführung des 29. Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moots geplant

Der Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot (Vis Moot) lebt mit seinen ca. 400 teilnehmenden Teams von allen Kontinenten und tausenden von Schiedsrichtern aus der ganzen Welt von den persönlichen Begegnungen nicht nur während den simulierten mündlichen Schiedsgerichtsverhandlungen, sondern auch bei zahlreichen sozialen Netzwerkveranstaltungen, die den jährlichen Wettbewerb begleiten. Deshalb war die Nachricht, die die Organisatoren am heutigen Samstag, dem 04. September 2021 an die Vis Moot-Gemeine übermittelten, dass der 29. Vis Moot wegen der anhaltenden pandemischen Lage gleichzeitig der dritte digital durchgeführt Wettbewerb sein wird, auch für das Team der Universität Bremen eine Enttäuschung. Umso erfreulicher ist es, dass sich die Organisatoren trotz dieser Einschränkungen Mühe geben, die Vis Moot-Erfahrung so weit wie möglich trotz der auch im nächsten Früher noch zu erwartenden Reisebeschränkungen für Fernreisen aufrechtzuerhalten. So soll auf jedem Kontinent ein regionales soziales Event für die teilnehmenden Studierenden – von den Veranstaltern als „Social Vis Moot Bubble“ bezeichnet – stattfinden. Für Europa wird dieses am üblichen Vis Moot-Veranstaltungsort – also in Wien – stattfinden. Auch ohne mündliche Verhandlungsrunden im Universitätsgebäude der juristischen Fakultät in Wien und den üblichen Kanzleibüros können die Bremer Studentinnen und Studenten des diesjährigen Teams also weiterhin auf einen Besuch der österreichischen Hauptstadt hoffen – so es die pandemische Lage im nächsten Früher zulassen sollte. Über das genaue Format der „Social Vis Moot Bubbles“ werden die Veranstalter noch zu gegebener Zeit informieren. Das Informationsschrieben der Veranstalter kann unter dem nachfolgenden Link abgerufen werden: https://vismoot.blob.core.windows.net/messageattachment-a7876b50-3aa0-4495-bbd5-e57776622e6e/29th_Willem_C_Vis_Moot.pdf

Mit der heutigen Entscheidung erhält das Team der Universität Bremen Planungssicherheit und weiß, dass es sich für den Wettbewerb in erster Linie auf die auch der Praxis immer wichtiger werdende Durchführung von Schiedsrechtsverhandlungen in Form einer Videokonferenz vorbereiten muss. Dennoch soll in internen Übungsrunden im Gerichtslabor der Universität Bremen, aber auch in regionalen Übungsrunden mit anderen Universitäten das in der Praxis weiterhin wichtige klassische plädieren vor Schiedsgerichten geübt werden. Mit diesem Kompromiss haben die Studierenden die Chance, beide Formen von Schiedsgerichtsverhandlungen zu trainieren und gleichzeitig durch physische Treffen anderer Teams einen wesentlichen Teil der Vis Moot-Erfahrung zu machen.

Mit dem Vis Moot-Vorbereitungsseminar von MCAB e.V. geht das Bremer Team den nächsten Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Wettbewerbsteilnahme

Unmittelbar nach dem Ende des virtuellen Wochenendblockseminars „How to Draft a Memorandum in International Business Law“ von Sandra Gerdes, LL.M. vor einer Woche ging die Vorbereitung für die diesjährigen Mitglieder des Bremer Vis Moot-Teams weiter. Organisiert von MCAB e.V. trafen sich die Bremer Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Vis Moot 2021/22 eine Woche lang, um sich weiter auf die Inhalte des Wettbewerbs vorzubereiten.

Da die Veranstaltung nur dem Vis Moot-Team offenstand, konnte sie auch unter Einhaltung der aktuell in Bremen geltenden Abstands- und Hygienevorschriften physisch stattfinden. So bot das Seminar dem Team auch Gelegenheit, sich vor Beginn der Schriftsatzerstellung besser kennenzulernen.

Inhaltlich bestand die Veranstaltung aus vier Teilen. Zunächst wurde anknüpfend an die Lehrveranstaltung „International Contract Law and Commercial Arbitration“, die im letzten Semester von Tobias Pinkel, LL.M. angeboten wurde, die Einführung in die Grundzüge des UN-Kaufrechts und des Schiedsprozessrechts wiederholt und vertieft. Auf dieser Basis bearbeiteten sodann die Studentinnen und Studenten im zweiten Teil der Blockveranstaltung in Teamarbeit kurze Fälle zu Vis Moot-Relevanten Themen. Dabei konnte sie nicht nur ihr zuvor theoretisch erlerntes Wissen praktisch anwenden, sondern auch ihre für den Wettbewerb zentrale Fähigkeiten, selbstständig in den relevanten Datenbanken materialen zu finden, verbessern. Bei der Besprechung der Fälle mit dem Teamleiter des diesjährigen Vis Moot Teams zeigte sich, dass die Vorbereitungsveranstaltungen bislang durchaus erfolgreich waren.

Der Höhepunkt war wohl der dritte Block der MCAB-Vorbereitungswoche: Ein Mini Moot Court zur CISG. Hier erhielten die Studierenden einen zweiseitigen Sachverhalt und eine Procedural Order eines Schiedsgerichts, auf deren Basis innerhalb von zwei Tagen kurze Plädoyers vorzubereiten waren. Dafür wurde das Vis Moot-Team für Wien in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils eine Prozesspartei vertreten sollten. Als vorsitzender Schiedsrichter fungierte der Teamleiter Tobias Pinkel, als beisitzende Schiedsrichterinnen die beiden Teilnehmerinnen des Vis East Moot-Teams für Hongkong, die bereits im letzten Jahr am Vis Moot teilgenommen hatten.

Die Plädoyers wurden im Gerichtslabor der Universität Bremen gehalten und als Videos aufgezeichnet. So erhielten die Teilnehmerinnen auch zum ersten Mal die Chance, ihren eigenen Vortragsstiel aber auch die Überzeugungskraft ihrer Argumente im Nachgang anhand einer Videoanalyse selbst zu beurteilen.

Im letzten Teil der Veranstaltung ging es um die ganz praktische Vorbereitung der Vis Moot-Schriftsätze: Die Einrichtung eines gemeinsamen Cloud-Ordners, Festlegungen für gemeinsamen Zitierregeln, Festlegungen für das Layout des Schriftsatzes, Einrichtung einer Cloud-Ablage für gemeinsam benötigten Quellen und vieles mehr.

Damit sind die Vorbereitungsveranstaltungen, die an der Universität Bremen organisiert werden, abgeschlossen. Allerdings stehen vor Beginn der Schriftsatzphase noch externe Vorbereitungsseminare auf dem Programm. So hat sich das Team bei der Frankfurt Drafting School (FDS), die vom Frankfurt Moot Alumni Association e.V. organisiert wird, beworben und hofft, eine der begehrten Plätze zu erhalten.

Mit dem Seminar „How to Draft a Memorandum in Business Law“ geht die Vorbereitung auf den Vis Moot 2021/22 weiter

Das Seminar „How to Draft a Memorandum in International Business Law“, das seit drei Jahren von der in Deutschland und New York zugelassenen Rechtsanwältin Sandra Gerdes, LL.M. angeboten wird und am vergangenen Wochenende vom 20.-22. August 2021 stattfand, gehört mittlerweile zum festen Bestandteil im Bremer Vis Moot-Kalender. Die Veranstaltung ist nicht nur für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Wettbewerb verpflichtend, sondern steht auch allen Studierenden des Fachbereichs Rechtswissenschaft als Schlüsselqualifikation offen. Damit leistet das Vis Moot-Angebot der Universität auch einen weiteren Beitrag zur Internationalisierung und Praxisnähe des Studienangebots in Bremen.

Da sich die Art des Schreibens zwischen Rechtswissenschaft und anwaltlicher Praxis aber auch zwischen dem deutschen und dem englischen Sprachraum zum Teil stark unterscheidet, erlernen die Studierenden bereits vor Beginn des Wettbewerbs eine für sie völlig neue Textart: Der anwaltliche Schriftsatz im englischsprachigen Raum im Bereich des Wirtschaftsrechts. Dabei besteht die Veranstaltung im Wesentlichen aus einer theoretischen Einführung in die Verwendung der juristischen Fachsprache und den Aufbau eines Anwaltsschriftsatzes und sodann aus praktischen Übungen, bei denen in Gruppenarbeit kurze englischsprachige Schriftsätze verfasst werden. Abschließend werden die Stärken und Schwächen der durch die Studierenden verfassten Schriftsätze diskutiert.

Diese praktischen Erfahrungen mit dem Erstellen solcher Schriftsätze hat sich in der Vergangenheit als wesentlicher Faktor für den erfolgreichen Start des Bremer Teams beim Verfassen des ersten Schriftsatzes im Rahmen des Vis Moot-Wettbewerbs erwiesen: dem Memorandum for Claimant (also dem anwaltlichen Schriftsatz im Auftrag der Klägerin). Gerade die Praxisnähe der Veranstaltung, die durch eine seit Jahren in New York als Attorney at Law zugelassenen Rechtsanwältin erfolgt, begeisterte die teilnehmenden Studierenden.

Wegen der anhaltenden Coronabeschränkungen aber auch um allen interessierten Studierenden des Fachbereichs in der vorlesungsfreien Zeit die Teilnahme an der Veranstaltung zu ermöglichen, wurde diese in diesem Jahr erstmalig über ZOOM digital angeboten.