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Mit der Verhandlung Universität Bremen gegen Team II der Bucerius Law School endet die Hauptrunde des Hans Soldan Moot Courts

Am heutigen Samstag, dem 09. Oktober 2021 fand ab 9:00 Uhr die letzte Verhandlungsrunde der Hauptrunde des Soldan Moots 2021 statt. Im virtuellen Verhandlungsraum 1 des Wettbewerbs traten dabei das Team der Universität Bremen als Klägerin gegen das Team II der Bucerius Law School. Den Vorsitz der Verhandlung hatte der Richter beim Verwaltungsgericht Potsdam, Herr Nils Ackermann. Auch wenn streckenweise die Bucerius Law School die Verhandlungen dominierte und sich größere Redeanteile sicherte, gelang es auch dem Team der Universität Bremen immer wieder mit ihren rechtlichen Argumenten durchzudringen. Gegen das Gewinnerteam von Hamburg Pre-Moot schlugen sich Veronika Lutter und Seyyid Ünal durchaus überzeugend.

Nach drei Monaten intensiver Beschäftigung mit einem Vertrag über die Erstellung von Werbemaßnahmen zwischen einer Werbeagentur und einer Anwaltskanzlei, Fragen der Abgrenzung von Werk- und Dienstvertrag, der Diskussion um die Grenzen der Zulässigkeit von Anwaltswerbung, dem Vorbefassungsverbot von Rechtsanwälten und den rechtlichen Folgen bei einem Vorstoß und Fragen rund um die digitale Durchführung von Zivilprozessfahren und der Zuschaltung von Zeugen aus dem unionseuropäischen Ausland findet nun der Wettbewerb für Franca Braach, Veronika Maria Lutter, Teresa Offenhäuser und Seyyid Ünal und ihrer Coachs Sandra Gerdes, Tobias Pinkel und Tilko Hobbie sein Ende.

Im Laufe des Nachmittags werden die KO-Runden der besten Teams abgehalten, in die das bestbewertete Vierte der Teams aus der Hauptrunde einzieht. Für die anderen Teams verbleiben drei Aufgaben: Im „Public Viewing“ die Verhandlungen der besten Teams zu verfolgen, zahlreiche Packungen m&m’s und ein 5l-Fass Bier zu verzehren, das die Organisatoren als „Public-Viewing-Paket“ den Teams zugeschickt haben und in einem „Wettbüro“ der Veranstalter darauf zu setzen, welche Teams die Finalrunden gewinnen. Für die ausgeschiedenen Teams gibt es hier noch die Chance, einen nichtakademischen Preis zu gewinnen. In der Wartezeit bis zur Verkündung der Losungen für die Finalrunden wird das Team der Universität Bremen das Gerichtslabor als Heimkinoanlage nutzen und über Netflix Ted 2 streamen.

Soldan Moot-Team der Universität Bremen tritt am zweiten Tag des Wettbewerbs gegen Team I der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg an

Am zweiten Tag der mündlichen Verhandlungen des Hans Soldan Moot Courts 2021, Freitag, den 08. Oktober 2021 stand für das Team der Universität Bremen nur eine Verhandlung auf dem Programm. Diese fand erst am frühen Abend von 17:00 Uhr-18:30 Uhr statt. Dennoch trafen sich die Bremer Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Soldan Moot bereits mittags im Gerichtslabor des Fachbereichs, um nochmals einige Rechtsfragen zu diskutieren und kleine rhetorische Übungen vorzunehmen, die dazu dienen sollten, die letzte Perfektion im Vortragsstiel zu erreichen.

Am frühen Abend konnten sich dann Franca Braach und Teresa Vida Offenhäuser als Beklagtenvertreterinnen mit dem Team I der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg messen. Den Vorsitz der Verhandlung führt der Rechtsanwalt und Notar Dr. Marc Wendt aus Hannover, der den beteiligten Teams viel Raum gab, ihren Vortrag frei zu gestalten und ihre Argument zu entwickeln.

Für Franca Braach und Teresa Vida Offenhäuser, die für das Team der Universität Bremen die Vertretung der Beklagten übernommen hatten, war dies die zweite und damit letzte Verhandlung im Rahmen der Hauptrunde des Soldan Moots.

Für die fiktiven Rechtsanwälte der Klägerin im Team der Universität Bremen steht die zweite Verhandlung noch mal letzten Soldan-Moot-Tag an. Am morgigen Samstag, dem 09.10.2021 finden um 9:00 Uhr die letzten Verhandlungen in der Hauptrunde statt. Hier treten Veronika Lutter und Seyyid Ünal gegen das Team II der Bucerius Law School aus Hamburg an im virtuellen Gerichtssaal 1 des Soldan Moots an.

Danach werden die Bewertungsbögen der Juroren ausgewertet. In jedem Verfahren waren waren drei Rechtspraktier beteiligt: Der vorsitzenden Richter und zwei Juroren. Während der Vorsitzende nur für die Prozessführung verantwortlich war, vergaben die beiden Juroren jeweils drei Noten auf der 18-Punkte-Skale pro Team: Jeweils eine Note für die individuelle Leistung der beiden studentischen Rechtsanwälte und eine Leistung für die Teamarbeit.

Erste Vis Moot-Teambesprechung nach Ausgabe der Fallakte

Am heutigen Freitag, dem 08.10.2021 um 12:00 Uhr traf sich das Vis (East) Moot-Team der Universität Bremen zum ersten Mal nach Ausgabe der Fallakte vor 12 Stunden, um in einem ersten Arbeitstreffen den diesjährigen Vis Moot-Fall zu erörtern. Dabei wurden erste Gedanken zum Sachverhalt und den Rechtsfragen ausgetauscht und Aufgaben verteilt sowie ein Zeitplan diskutiert.

Nun haben die teilnehmenden Studentinnen und Studenten und deren Coaches die Gelegenheit sich in den nächsten drei Wochen ausführlich mit dem Fall vertraut zu machen und herauszuarbeiten, ob ihnen alle faktischen Informationen vorliegen, die sie für den Aufbau ihrer rechtlichen Argumentation benötigen. Denn dann endet die Frist, um bei den Veranstaltern Anfragen zur Klarstellung des Sachverhalts (sogenannte request for clarification) einzureichen. Die Möglichkeit beim Veranstalter des Moot Courts Klarstellungen anzufragen erst die Rücksprache mit dem eigenen Mandaten im wahren Leben. Wie auch bei Fragen an den Mandant, gibt es jedoch auch bei den Klarstellungsanfragen keine Garantie, dass man eine Antwort erhält.

Im Team der Universität Bremen ist es Aufgabe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Rücksprache mit dem studentischen Betreuungsteam die rechtliche Argumentation bis zu diesem Zeitpunkt so weit auszuarbeiten, dass Klarheit herrscht, inwieweit zusätzliche Informationen zur Fallakte benötigt werden und ggf. Klarstellungsanfragen zu formulieren.

Antworten auf die Anfragen werden – sofern von den Organisatoren für notwendig erachtet – sodann als sogenannte Procedural Order No. 2 (PO 2) vom fiktiven Schiedsgericht beantwortet. Die dort festgestellten Tatsachen sind als bewiesen anzunehmen. Zudem können in der PO 2 auch Änderungen der PO 1 oder andere prozessuale Anordnungen des Schiedsgerichts getroffen werden. Diese können erhebliche Auswirkungen auf die Bearbeitung des Falles haben. Deshalb kann es gut sein, dass erhebliche Anpassungen in der Argumentation nach dem Erlass der PO 2 Anfang November vorgenommen werden müssen. Erst danach kann also die Struktur und Schwerpunktsetzung des Schriftsatzes finalisiert werden. Danach haben die Teams noch ca. fünf Wochen Zeit um gemeinsam mit den Coachs den jeweils 35 Seiten umfassenden Schriftsatz für Schriftsatz für die Klägerseite für den Vis Moot und gesondert für den Vis East Moot zu verfassen. Beide sind am 09. Dezember 2021 einzureichen. Da die Frist jeweils um 23:59 Uhr am Veranstaltungsort endet, ist der Schriftsatz für den in Hongkong koordinierten Vis East Moot bereits am Nachmittag und damit einige Stunden vor dem Schriftsatz für den in Wien koordinierten Vis Moot abzugeben.

Palmöl für Biosprit oder lieber doch nicht? Mit der Veröffentlichung der Fallakte beginnt der Vis Moot 2021/22

Nachdem im letzten Jahr die Herstellung von Covid-19-Impfstoffen auf Vektorenbasis im Mittelpunkt des Interesses des Vis Moot-Universums standen, ist das Thema beim Vis Moot 2021/22 nicht ganz so aktuell aber dennoch wichtig. Fortgeschrittene Vertragsverhandlungen über die Lieferung von nachhaltig hergestelltem Palmöl für die Produktion von Biosprit stellen den faktischen Hintergrund des Falles dar. Da ab einem gewissen Zeitpunkt allerdings der potentielle Kunde kein Interesse mehr an der Lieferung des Palmöls hatte kam die Frage auf, ob nicht bereits zu diesem Zeitpunkt ein Kaufvertrag für die Lieferung großer Mengen nachhaltigen Palmöls über fünf Jahre geschlossen wurden. Hintergrund für den Abbruch der Vertragsverhandlungen waren Skandale im Hinblick auf die Nachhaltigkeitszertifizierung des Palmöls der Klägerin in den letzten Jahren, da für die Beklagte Nachhaltigkeit ein zentrales Element der Firmenphilosophie darstellt.

Aus dem Sachverhalt ergeben sich zahlreiche spannende Rechtsfragen, die auch zu einem großen Teil bereits von den Anwälten der beiden Parteien angesprochen wurden. Daraus ergäbe sich aber eine Komplexität, in einem Schriftsatz von 35 Seiten, wie sie das Reglement des Vis Moots vorsehen, nicht zu bewältigen wären. Deshalb greifen die Vis Moot-Organisatoren zu einem prozessualen Trick: In einer Procedural Order entscheidet das Schiedsgerichts als Herr des Verfahrens die Rechtsfragen abgestuft zu diskutieren und in einer ersten Anhörung, die im Rahmen des Wettbewerbs simuliert wird, nur vier klar umrissene Rechtsfragen zu diskutieren.

Wie immer sind zwei Fragen dem Schiedsverfahrensrecht und zwei Fragen der CISG zuzuordnen. Verfahrensrechtlich geht es letztlich um die Frage, ob sich die Parteien wirksam auf die Zuständigkeit des Schiedsgerichts geeinigt haben. Wegen der im Schiedsrecht allgemein anerkannten Kompetenz-Kompetenz fällt es auch in die Zuständigkeit des Schiedsgericht diese Frage zu beantworten. Dabei ist zunächst die klassische Frage zu erörtern, welches Recht auf die Schiedsklausel Anwendung findet. Zudem ist die Frage zu diskutieren ob, falls das Recht des fiktiven Vertragsstaat des UN-Kaufrechts Mediterraneo anwendbar sein sollte, die CISG auch auf die Schiedsvereinbarung Anwendung findet.

Materiellrechtlich sind nur die Fragen zu diskutieren, ob überhaupt ein Vertrag geschlossen wurde und falls ja, ob die AGB der Klägerin wirksam in den Vertrag einbezogen wurden. Die rechtliche Folgen, um die es letztlich der Klägerin geht, sollen in dieser ersten Anhörung überhaupt nicht erörtert werden.

Der Prozessrechtliche Rahmen ist in diesem Jahr ein vom Asian International Arbitration Centre in Kuala Lumpur administriertes Verfahren unter Anwendung der Schiedsregeln dieses Schiedsinstitutes. Um diese vier Rechtsfragen zu bearbeiten, müssen sich die sieben Studierende der Bremer Vis (East) Moot-Teams bis Ostern nächstes Jahr nicht nur durch tausende Seiten einschlägiger Literatur und Urteile sondern auch durch eine 47-seitige Fallakte kämpfen.

Erfreulich beim diesjährigen Sachverhalt ist auch, dass die Vis Moot-Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Bremen und der ganzen Welt in diesem Jahr nicht lange auf die Fallakte warten mussten. Die Veröffentlichung, die für den heutigen Freitag, dem 08. Oktober 2021 angekündigt war erfolgt überpünktlich. Beriets 23:48 Uhr am Vortag erreichte das Team der Universität Bremen eine E-Mail aus Wien in deren Anlage sich die Fallakte befand. Zu diesem Zeitpunkt war sie auch bereits auf die Homepage des Wettbewerbs geladen. In ca. 10 Stunden um 12:00 Uhr werden sich die Vis Moot-Teams der Uni Bremen mit Teamleiter Tobias Pinkel treffen um die ersten Eindrücke zum Fall auszutauschen und das weitere Vorgehen zu erörtern. Der Vis Moot 2021/22 hat damit begonnen. MCAB e.V. wünscht den Teams und deren Coachs viel Freude bei der anstehenden Arbeit.

Das Bremer Team startet erfolgreich in den Soldan Moot

Am heutigen Donnerstag, dem 07. Oktober 2021 begannen um 9:00 Uhr die Verhandlungen des Soldan Moots virtuell in Hannover. Auch für das Team der Universität Bremen ging es in der ersten Verhandlungsrunde unter Vorsitz der Richterin am Verwaltungsgericht Dr. Eslami, die im Rahmen des Soldan Moots nun als fiktive Richterin am Landgericht Hannover auftrat los. Veronika Lutter und Seyyid traten als Prozessvertretung der Klägerin gegen das Team der EBS Universität für Wirtschaft und Recht an. Die EBS nahm ebenso wie die Universität Bielefeld und die Universität Bremen in diesem Jahr zum ersten Mal am Soldan Moot teil. Im direkten Vergleich überzeugte das Team der Universität Bremen eindeutig, wie sich auch aus dem Feedback der Vorsitzenden ergab. Inwieweit sich dies auch in den Bewertungen widerspiegelt ist indes unklar. Der Vorsitz führt beim Soldan Moot ausschließlich die Verhandlungen, bewertet die Teams jedoch nicht. Dafür sind zwei Junioren verantwortlich, die nicht an der Prozessführung beteiligt sind.

Nach der ersten Verhandlung hatte das Team der Universität Bremen einen längere Pause. Die zweite Verhandlung im Rahmen des Soldan Moots begann erst um 16:00 Uhr. Die Zwischenzeit nutzte das Team der Universität Bremen für ein gemeinsames Mittagessen und eine letzte teaminterne Probeverhandlung unter Vorsitz des Teamcoachs und wissenschaftlichen Angestellten der Universität Bremen, Tobias Pinkel, LL.M. So wurde auch die Wartezeit genutzt, um die letzten Schwächen der eigenen Vorträge zu beseitigen.

Am Nachmittag traten dann Franca Braach und Teresa Vida Offenhäuser als Vertreterinnen der Beklagten gegen das Team der Universität zu Köln an, ein Team, das bereits Soldan Moot-Erfahrung in den vergangenen Jahren sammeln konnte. Die Verhandlung fand unter dem Vorsitze des Wiener Rechtsanwalts Herrn Mag. Eschlböck statt. Auch in der zweiten Verhandlung musste das Team der Universität Bremen den direkten Vergleich mit ihren Kontrahenten nicht scheuen. Alles in Allem war der ersten Verhandlungstag für das Team der Universität Bremen somit rundum gelungen.

Morgen geht es für das Team erst um 17:00 Uhr weiter. Um noch einigen Lehren aus den heutigen Verhandlungsrunden zu ziehen wird sich das Team der Universität Bremen jedoch bereits um 14:00 Uhr für weitere Übungen im Gerichtslabor treffen. MCAB e.V. wünscht dem Team im weiteren Verlauf des Wettbewerbs viel Spaß und Erfolg.

Team der Universität Bremen für den Vis East Moot in Hongkong angenommen

Einen Tag vor der Ausgabe der Fallakte für den diesjährigen Vis (East) Moot und damit am heutigen Donnerstag, dem 07. Oktober 2021 um 10:10 Uhr MEZ erreichte das Team der Universität Bremen die freudige Nachricht aus Hongkong, dass die Universität Bremen auch zum 19. Willem C. Vis East International Commercial Arbitration Moot zugelassen wurde. Damit kann das Team der Universität Bremen zum zweiten Mal in Folge neben dem Wettbewerb in Wien auch beim Zwillingswettbewerb in Hongkong teilnehmen. Unklar ist indes weiterhin, in welcher Form der Wettbewerb in Hongkong ausgetragen werden wird. Das Team der Universität Bremen hat sich auch für eine physische Teilnahme in Hongkong beworben, sollte die pandemische Lage Fernreisen im März 2022 wieder zulassen.

Mit der Zulassung zu beiden Zwillingswettbewerben kommen nun umfangreiche Herausforderungen auf die sieben Studentinnen und Studenten des Bremer Teams zu. Zwar basieren beide Zwillingswettbewerbe auf der gleichen Fallakte, dennoch müssen die Unterteams für Wien und Hongkong unabhängige Schriftsätze verfassen. Auch wenn ein Austausch zwischen den Teams und damit parallelen zwischen den beiden Schriftsätzen für die Seite des Beklagten zulässig sind, bedeutet dies, dass zwei Schriftsätze von je 35 Seiten in englischer Sprach zu verfassen sind. Bei dem Schriftsatz für die Seite der Beklagten sind die Unterschiede noch größer. Denn die Studierenden, die am Vis East Moot teilnehmen erhalten den Klägerschriftsatz einer anderen Universität zugestellt als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Vis Moot in Wien. Da in dem Schriftsatz für den Beklagten eine Antwort auf den Klägerschriftsatz zu erfolgen hat, können sich hieraus auch größere inhaltliche Abweichungen zwischen den beiden Schriftsätzen ergeben. Dennoch ist der ständige Austausch zwischen zwei Teams, die sich mit demselben Sachverhalt beschäftigen, eine Bereicherung, die auch positive Effekte auf die Qualität haben sollte. Dies ist besonders auch deshalb der Fall, da das Team für den Vis East Moot zwar nur aus zwei Studentinnen besteht, diese dafür aber bereits im letzten Jahr am Vis Moot teilgenommen haben und entsprechend Vorkenntnisse besitzen. Mit diesem Wissen können sie die fünf Studentinnen und Studenten des Vis Moot-Teams anleiten, die ihrerseits bei der Literatur- und Urteilsrecherche eine große Unterstützung für das kleine Vis East Moot-Team sein können.

Morgen wird für die Vis (East) Moot-Teams der Universität Bremen mit der Ausgabe der Fallakte der Wettbewerb so richtig beginnen. MCAB e.V. wünscht allen Beteiligten viel Spaß und Erfolg im Vis Moot-Jahr 2021/22.

Kochen, Fachvorträge und Vernetzen beim virtuellen Soldan Moot

Noch hat der virtuelle Soldan Moot nicht begonnen. Doch schon mit dem Rahmenprogramm des Vorabends haben die Veranstalter Rund um Prof. Dr. Christian Wolf von der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover eindrucksvoll beweisen, dass soziale Aktivitäten auch im virtuellen Raum eines Moot Courts möglich sind. Nach der Anwaltskonferenz, auf der spannende berufsrechtliche Fragen mit Bezug zum diesjährigen Sachverhalt diskutiert wurden, ging es mit einem gemeinsamen Kochabend weiter. Dafür hatten die Organisatoren bereits Anfang der Woche ein Packet mit den notwendigen Zutaten für ein Drei-Gänge-Menü an alle Teams verschickt.

Für das Event, dass um 17:30 Uhr begann und sich über viele Stunden erstreckte, hatten sich die Veranstalter ein kreatives Konzept ausgedacht. Während sich die Teams quer durch die Republik in ihren Küchen versammelten begann der Abend mit einer Fachdiskussion Zulässigkeit von Legal Tech-Anwendung. Mit Spannung wurde sodann die Zubereitung der Vorspeise erwartet. Zugeschaltet aus einer Hotelküche in Köln erklärte ein Koch sodann die Zubereitung der Vorspeise: Einen asiatischen Gurkensalat.

Als die Teams mit dem Nachkochen fertig waren und das Ergebnis ihrer Arbeit über ZOOM mit dem Koch und den anderen Teams geteilt hatten, wurden die Teams auf virtuelle Tische aufgeteilt. So wurde jedes Team mit drei anderen Teams in einen Breakout-Raum zum gemeinsamen Verzehr des ersten Gangs geschoben. Mit Laptop, den vier Teammitgliedern und den beiden Coachs Tilko Hobbie und Tobias Pinkel konnten das Team der Universität Bremen so neue Kontakte knüpfen und Bekanntschaften aus dem Pre-Moot in Hamburg vertiefen. Nach dem zwanglosen Tischgespräch ging es im Plenum weiter mit einer Fachdiskussion zur parallelen Durchsetzung verschiedener Forderungen, die durch ein Inkassounternehmen gebündelt werden. Sodann ging es zurück in die Küche zur Vorbereitung des Hauptgerichts: Spaghetti Carbonare. Der Verzehr erfolgt wieder in Tischgemeinschaft mit drei anderen Teams. Auch die Wartezeit zwischen Hauptgang und Dessert – einem Schokokuchen – wurde durch eine spannende Fachdiskussion zur Amtshaftung versüßt.

Insgesamt ermöglichten so die Veranstalter ein gelungenes Konferenzdinner in ganz Deutschland am Vorabend des Wettbewerbs in dem sowohl die soziale Interaktion im eigenen Team als auch der Austausch mit anderen Teams nicht zu kurz kam. Alles in Allem war dies für eine digital durchgeführte Veranstaltung ein sehr gelungenes Konzept und eine beeindruckende Leistung, die für das weitere digitale Rahmenprogramm des Soldan Moots nur Gutes erwarten lässt.

Mit der letzten Probeverhandlung endet die Vorbereitung auf den Soldan Moot

Drei Monate nach der Ausgabe der Fallakte steht beginnt am morgigen Donnerstag, dem 06. Oktober 2021 der mündliche Teil des Soldan Moots und damit der Höhepunkt des Wettbewerbs. Nach zwei Monaten, in denen Schriftsätze im Umfang von ca. 60 Seiten verfasst wurden und einem weiteren Monat in dem sich Franca Braach, Veronika Lutter, Teresa Vida Offenhäuser und Seyyid Ünal ausgiebig auf die mündlichen Verhandlungen vorbereitet haben, darf die teilnehmenden Studentinnen und Studenten ab morgen beweisen, was sie gelernt haben.

Bei dem Wettbewerb in Hannover werden die simulierten Gerichtsverhandlungen von einem vorsitzenden Richter geleitet. Viele der vorsitzenden Richter beim Wettbewerb sind auch im realen Leben Richter. Aber auch Rechtsanwälte und Wissenschaftler, die die Befähigung zum Richteramt besitzen, übernehmen die Aufgabe des Vorsitzenden beim Soldan Moot. Die unterschiedlichen Hintergründe können sich durchaus auch auf die Art der Prozessführung auswirken. Deshalb war es für die Vorbereitung des Teams auch wichtig, bei Teaminternen Probeverhandlungen vorsitzende Richter mit unterschiedlichen Hintergründen zu gewinnen.

Die letzte Verhandlung vor Beginn des Wettbewerbs wurde wieder von Rechtsanwältin Sandra Gerdes, LL.M. geleitet, die auch als Praxiscoach des Teams fungiert. Ihre Praxisnahen hinweise waren auch unmittelbar vor dem Wettbewerb noch immer sehr hilfreich.

Da der Wettbewerb in diesem Jahr – anders als der Pre-Moot in Hamburg – digital durchgeführt wird, wurden auch die letzten Übungsrunden über ZOOM durchgeführt obwohl sich das gesamt Team in der Universität Bremen traf. Während Veronika Lutter und Seyyid Ünal aus dem Gerichtslabor teilnahmen, schalteten sich Franca Braach und Teresa Vida Offenhäuser aus einem der Lernräume zu.

In den letzten 18 Stunden vor Beginn des Wettbewerbs haben nun die teilnehmenden Studierenden eine Pause von der Fallakte und den mündlichen Verhandlungen, nicht aber vom Soldan Moot. Nun steht die als Rahmenprogramm zum Soldan Moot organisierte „Anwaltskonferenz“ an, die die Studentinnen und Studenten gemeinsam aus dem Gerichtslabor verfolgen. Dabei werden bis 17:00 Uhr Themen diskutiert, die auch für den berufsrechtlichen Teil der morgigen Verhandlungen relevant sein können. Danach geht es in die Innenstadt um am gemeinsamen Online-Kochen mit den andern Soldan Moot-Teams teilzunehmen.

Einführung in die Online-Verhandlung für neu teilnehmende Teams mit Christian Denz: Letzte Schritte auf dem Weg zu den mündlichen Verhandlungen beim Soldan Moot

In zwei Tagen beginnen die mündlichen Verhandlungen in der Hauptrunde des Soldan Moots. Bereits morgen beginnt mit der „Anwaltskonferenz“ das Rahmenprogramm. Heute gab es für das Soldan Moot-Team der Universität Bremen ein weiteres Highlight in der Vorbereitung. Da die Universität Bremen zum ersten Mal an diesem Wettbewerb teilnimmt, bot Christian Denz von den Organisatoren des Moot Courts von der Universität Hannover am heutigen Dienstag, dem 05. Oktober 2021 eine kurze Einführung in die Besonderheiten des Wettbewerbs und der digitalen Präsentation an, um so die Wissenslücken im Vergleich zu Teams mit Soldan Moot-Erfahrung auszugleichen.

Vorgestellt wurden dabei insbesondere die Abläufe und Bewertungskriterien des Wettbewerbs. Auch wurde darauf verwiesen, welche zusätzlichen rechtlichen Fragen bei mündlichen Verhandlungen im Vergleich zu den Schriftsätzen grundsätzlich eine Rolle spielen könnten. Danach wurden Hintergründe, Beleuchtung und Kameraeinstellungen diskutiert und der Vortrag über ZOOM getestet.

Die Veranstaltung fand im Gerichtslabor des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Bremen statt. Von dort wird das Team auch am virtuellen Hanse Soldan Moot Court in Hannover teilnehmen. Nun wird das Team aus den Erkenntnissen des Workshops noch einige Anpassungen an den technischen Einstellungen vornehmen. Diese werden in den beiden noch anstehenden teaminternen Probeverhandlungen am heutigen Nachmittag und morgigen Vormittag noch getestet und nachjustiert. Bevor es am Donnerstag, dem 07. Oktober um 9:00 Uhr in der ersten Verhandlung für das Team der Universität Bremen gegen das Team II der Universität zu Köln ernst wird, werden alle technischen Fragen geklärt und Kameraeinstellung und Beleuchtung perfektioniert sein. Entsprechend können sich die studentischen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ganz auf den Schlagabtausch mit den Prozessvertretern der anderen Universitäten konzentrieren und laufen nicht Gefahr, dass wegen technischer Störungen gegen den eigenen Mandaten ein Versäumnisurteil ergeht.

Bewertungsbögen bestätigen solides Abschneiden des Bremer Soldan Moot-Teams beim Pre-Moot in Hamburg

Eine Woche nach dem 6. Soldan Pre-Moot der Bucerius Law School in Hamburg erhielt das Soldan Moot-Team der Universität Bremen am heutigen Sonntag, dem 03. Oktober 2021 die Bewertungsbögen des Probewettbewerbs. Anders als beim Vis Moot bewerten nicht die Richter die Leistung der Studentinnen und Studenten, die in die Rolle der Rechtsanwälte schlüpfen. Der vorsitzende Richter führt lediglich die Verhandlung. Ob der Vortrag der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte dem vorsitzenden Richter gefällt und ob die Antworten auf die Fragen die Erwartungen des Prozessführenden entsprechen ist also für die Bewertung der Teams und der Einzelleistungen unerheblich. Vielmehr ist es Aufgabe von zwei Junioren die Studentinnen und Studenten zu bewerten. Dieses Prinzip wurde auch beim Pre-Moot in Hamburg eingehalten.

Als Bewertungsskala wird die den Juristinnen und Juristen bestens vertraute 18-Punkte-Skala verwendet, die auch für die Benotungen von Prüfungen im Studium und für die Ersten juristischen Prüfung (früher Staatsexamen) Verwendung findet. Mit vier Punkten ist eine Prüfung bestanden, zweistellige Ergebnisse sind hier ehr die Ausnahme als die Regel.

Bei jedem Vortrag traten zwei Studentinnen und Studenten gemeinsam als Rechtsanwälte einer Partei auf. Zu vergeben waren dafür drei Noten: Die Note für die jeweilige Einzelleistung der Studentinnen und Studenten und eine Note für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Rechtsanwälte. Für die vier Verhandlungsrunden gab es also von jeweils zwei Junioren insgesamt 24 Noten. Besonders erfreulich ist dabei, dass alle Benotungen in Bereich befriedigend bis gut lagen. Mit der Durchschnittsnote von 9,62 lag das Team insgesamt im Bereich vollbefriedigend, eine Note, die bei der Ersten juristischen Prüfung für das sogenannte „Prädikatsexamen“ ausreichen würde.

Berücksichtigt man, dass die Universität Bremen zum ersten Mal am Soldan Moot teilnimmt, ist dieses Ergebnis besonders erfreulich. MCAB e.V. gratuliert dem Team uns seinen Coachs zu diesem guten Ergebnis. Dennoch ist noch keine Zeit sich auf den bisherigen Ergebnissen auszuruhen. Bis der Wettbewerb am Donnerstag beginnt stehen noch weitere interne Verhandlungsrunden und Präsentationsübungen an.