Vis East Moot 2022 digital in Hongkong

Die steigenden Inzidenzen nicht nur in Deutschland, die zunehmenden Sars-CoV-2-Impfdurchbrüche wegen neuer Mutationen, insbesondere Omikron, die weltweit weiter existierenden Reisebeschränkungen und Quarantäneregelungen und die Absage des physischen Vis Moots in Wien bereits im September haben es schon lange erahnen lassen, mittlerweile ist es aber offiziell: Auch der „Nineteenth Annual
Willem C. Vis East International Commercial Arbitration Moot & Third Virtual Vis East“ (Vis East Moot) wird in diesem Jahr vollständig digital stattfinden. Zwar haben die Veranstalter, die The East Moot Foundation Ltd, bis heute auf einen News-Eintrag auf der Website oder eine E-Mail an die teilnehmenden Teams verzichtet. Auch sehen die diesjährigen Regularien des Wettbewerbs („Rules“) weiterhin an zahlreichen Stellen Regelungen für eine hybride Durchführung des Wettbewerbs vor und enthalten Regelungen für in-person hearings, also physische Verhandlungsrunden, Doch bereits vor einigen Wochen wurde in Rule Nr. 7 mitgeteilt, dass zumindest die Verhandlungen vollständig virtuell stattfinden werden: „In light of the COVID-19 Pandemic, the oral hearings for the Nineteenth Vis East Moot will be held virtually from Hong Kong and not as in-person hearings.“ Zwar behalten sich die Veranstalter vor, teile des Rahmenprogramms weiterhin hybrid durchzuführen. So heißt es nunmehr ebenfals in Rule Nr. 7: „Depending on the development of the COVID-19 Pandemic and travel restrictions, the Nineteenth Vis East Moot may operate in a hybrid format with certain events such as the Welcome Ceremony, Awards Banquet, and various social networking events taking place in-person in Hong Kong.“ Doch wird dies wird vor dem Hintergrund der strikten Reisebeschränkungen absehbar nicht möglich sein. So gilt derzeit für die Einreise aus Deutschland neben einer 21-tägigen Pflicht zur Hotelquarantäne auf eigene Kosten, die eine Einreise im Rahmen des Wettbewerbs de facto unmöglich macht, auch noch eine Einreisbeschränkung auf Personen mit Visum oder gültigem Aufenthaltstitel, die auch die Einreise de jure ausschließt. Vor dem Hintergrund der chinesischen Coronapolitik und der weiteren Ausbreitung der Omikron-Variante ist mit einer Änderung in den nächsten drei Monaten nicht zu rechnen. Damit wird das Team der Universität Bremen auch bei seiner zweiten Teilnahme am Vis East Moot nicht nach Hongkong reisen können.

Bleibt zu hoffen, dass trotz der Ausbreitung der neuen Virusvariante einige Pre Moots in Europa in hybrider oder sogar rein physischer Form stattfinden werden. Das Team der Universität Bremen ist bereits für den Pre Moot in Dublin angenommen und hat sich für die Pre Moots in Helsinki und Prag beworben, bei denen die Veranstalter weiterhin eine physische Durchführung in Erwägung ziehen. Die weiteren Pre Moots, für die sich das Vis East Moot-Team der Universität Bremen beworben hat, sind bereits als vollständig digitale Veranstaltungen angekündigt. Damit hat trotz Impfungen Corona den Vis Moot ein weiteres Jahr fest im Griff.